Die Chiantistrasse

Nach eingehender Lektüre unseres Reiseführers entschieden wir uns heute für einen Besuch der Chianti - Weinstraße.
Chianti wird aus der Sangiovese Traube hergestellt.
Die Trauben werden entstielt, da die Stiele zu herb für den Wein wären. Der Traubensaft und die Schalen kommen nun in einen Bottich, wo das Gemisch zirkulieren muss, dabei wird den Schalen Farbe, Säure und Aroma entzogen. Dieser Vorgang kann bis zu 14 Tagen dauern. Nach dem Abseihen des neuen Weines werden die übrig gebliebenen Schalen und Kerne gepresst und ergeben den dunklen, manchmal auch herben Wein zweiter Pressung, der für den Verschnitt verwendet wird. Schließlich wird er in Holzfässern gelagert, bis er die richtige Reife hat.

Das Chiantigebiet ist geprägt durch ein weiches Landschaftsbild und viele Weinerzeugende Orte. Schon die Etrusker haben hier Wein angebaut und auch der Chianti kann auf eine 600-jährige Geschichte zurückblicken.

Ein Markenzeichen für Chiantispitzenweine ist der "Nero Gallo", der schwarze Hahn, der das Markenzeichen einer Genossenschaft von Weinbauern mit strengen Auflagen ist.

Von San Casciano aus fuhren wir die Panoramastraße Richtung Mercatale. Dies ist eine kleine Stadt, die nichts Wesentliches zu bieten hat. 

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Sensationell hingegen ist die Landschaft und die kurvige kleine Straße, die allerdings bis vor einiger Zeit noch ein Schotterweg war, nämlich solange, bis Mercedes 1997 einen Werbefilm drehen wollte und den Gemeinden die Asphaltierung sponserte.

 Greve war der nächste Punkt auf unserer Strecke. 


Das Interessanteste an Greve ist der Hauptplatz, der am Sonntag autofrei ist. In der Mitte steht das Denkmal von Giovanni Verrazzano, der 1524 die Hudsonmündung in New York befuhr. Nach im ist dort auch heute noch eine Brücke benannt. Hier kann man auch in einer der vielen Enotecas Wein kosten und genießen. Eine die ganztägig, das heißt von 10 - 19 Uhr geöffnet ist, ist die "Le Cantine". Man bekommt dort eine Scheckkarte und kann dann an Weinentnahmestellen Weine verkosten. Die Weine sind allerdings nicht billig. Die billigsten Weine kosten ab 17000 Lire, nach oben gibt es kaum eine Grenze.

Von Greve kann man ganz leicht einen Abstecher nach Montefioralle machen. 

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Dies ist ein kleiner Ort auf einer Anhöhe, die man von Sambuco aus auf einer abenteuerlichen Straße erreicht. Unsere Erfahrungen, die wir in Irland mit engen Straßen gemacht haben, kamen uns hier zu Gute. Die Straße ist eineinhalb Fiat Panda breit und wie man an den Schildern sehen kann, fährt hier auch ein Bus. Der Ort ist auf keiner Karte verzeichnet, außer man besitzt eine vom Chiantiland. Er ist klein, hat aber wunderbare kleine Gässchen und viele malerische Blumenarrangements. 

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Panzano liegt am Ende der alten Panoramastraße, ein netter kleiner Ort mit einer ärmlichen Kirche. 

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Kurz nach Panzano befindet sich die Kirche San Leolino a Panzano, ebenfalls aus dem Mittelalter, ebenfalls ärmlich. 

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Ausgezeichnet war die Fotoausstellung im Atrium des angeschlossenen Gebäudes.

Der schönste Ort im Chiantigebiet ist allerdings Radda. 
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Eine kleine Stadt mit mittelalterlichen Gebäuden und unglaublich schönem Blumenschmuck, kleinen verwinkelten Gässchen und einigen Enotecas.


Der Touristenverband informiert was Radda so alles zu bieten hat.

Einen Besuch wert ist Volpaia, dass man klugerweise vor Radda besucht, wenn man die Orte in unserer Reihenfolge anfahren möchte. 
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Malerisch am Berg gelegen, mit vielen kleinen Gassen und einer besonders hübschen Enoteca, in der man auch kleine Schmankerln der toskanischen Küche zu essen bekommt. 

Von diesem Ort aus geht es nach Castellino in Chianti. 

Der Ort ist ebenfalls ein wunderbares Beispiel für die Architektur der Orte der Chiantistraße. Viele kleine Gässchen, wie immer eine alte, armselig ausgestattete Kirche. Kleine Geschäfte und Enotecas. Man kann hier auch Weidekanter zu einem durchaus angemessenen Preis kaufen.

 

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Hier etwas zur Kirche. Sie ist wie alle toskanischen Kirchen aus dem Mittelalter und es fehlt ihr jeder Prunk. Unvorstellbar, dass man in den späteren Jahrhunderten die Kirchen nicht weiter ausgestattet hat. Wahrscheinlich gibt es zu viele davon.

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Selbst in der Enge einer mittelalterlichen Stadt bleibt noch Platz für einen kleinen Garten.

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In dieser Enoteca kann man eine Vielzahl der Weine der Toskana anschauen, aber natürlich auch kosten und kaufen. Nach oben gibt es für alle Weinkenner wie immer keine Preisgrenze. In den Vitrinen befinden sich allerdings Weine, die die Weingeschichte beschreiben und unverkäuflich sind. Auch die Etiketten sind sehenswert.

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Die Burg ist im Sommer ganztägig geöffnet. Heuer befand sich eine Kunstausstellung darin. Ob man bis auf die Turmspitze steigen kann, konnten wir leider nicht herausfinden.

Zurück fuhrt der Weg nach Poggiponsi. Eine lange kurvige Strecke, die kein Ende nehmen will.

 

Last update: 22.09.09Zurück Home Weiter

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